Songs made in 2015 – der Jahresrückblick

cds2015Gut Ding will Weile haben! Oder: wie kann man die CDs des ganzen Jahres in eine Rangliste bringen und selbige schon Anfang Dezember fertig haben? Ich wartete einfach noch und berücksichtige nun auch Platten aus dem letzten Monat des Jahres.

Um dem Rechnung zu tragen, dass ich auch sehr viel ältere Musik höre, gibt’s dieses Mal auch wieder eine Hitliste zu den schon vor 2015 erschienenen aber erst jetzt (für mich oder immer noch) guten Scheiben.

.

Top 15 Alben

lonely robot - please come home

 1. Lonely Robot – Please come home
Nachdem mir „Kino“ vor 10 Jahren sehr gut gefallen hatte, war ich gespannt auf dieses neue Projekt von John Mitchell. Und die Sache klingt tatsächlich ähnlich, ist vielleicht etwas abwechslungsreicher und hat das Feeling eines Konzeptalbums. Machte direkt Spaß, gefällt mir noch immer, super!

.

John Jones - Never stop moving2. John Jones – Never stop moving
Nach seiner Krebserkrankung veröffentlichte der Oysterband-Sänger dieses ganz wundervolle Album, das viel geschlossener klingt als noch sein erstes. Die Instrumentierung ist gegenüber seiner Stammband etwas weniger rockig, der Gesang ist supergut und die Songs vermitteln ganz unterschiedliche Stimmungen.

.

Santiano-2015-Cover---Von-Liebe--Tod-und-Freiheit

3. Santiano – Von Liebe, Tod und Freiheit
Eigentlich hatte ich erwartet, dass sich dieses seltsame Gemenge aus Folk, Shanty, Pop und Volkslied mal für mich abnutzt, jedoch war das Gegenteil der Fall: so viele tolle Songs auf der Scheibe! Gegenüber den Vorgängern wurden Folk und Rock geringfügig erhöht und Shanty und Seemannslied ein wenig heruntergefahren.

.

chris_cornell- higher truth

 4. Chris Cornell – Higher truth
Die erste vollständig überzeugende Soloplatte vom Soundgarden- und Audioslave-Sänger. Hier findet er einen guten Mittelweg aus Rock, Pop und Gitarren-Songwriter. Alle Lieder haben das gewisse Etwas, nie wird es langweilig und der Gesang ist natürlich auch großartig.

.

dan andriano - party adjacent

5. Dan Andriano In The Emergency Room – Party adjacent
Matt Skibas letzter Soloausflug hatte mir nicht so richtig zugesagt, da dachte ich mir, dass mal der Bassist und Co-Sänger des Alkaline Trio, Dan Andriano, eine Chance verdient hat. Die Platte bietet zwischen softerem Punk und poppigem Alternative alles und die Songs sind durchweg hervorragend. Überraschung!

.

ks-choice-the phantom cowboy

6. K’s Choice – The phantom cowboy
Die letzte K’s Choice war auch in der Top-Liste des Jahres vertreten, weil ich die ruhige, melanchlische Stimmung so toll fand. Jene gibt es diesmal fast gar nicht, denn die Band legt ihr rockigstes Album überhaupt vor! Da war ich erstmal skeptisch, aber die Sache klingt frisch und inspiriert. Der Mittneunziger Indierock wird mit Punk und moderner Produktion aktualisiert, wow!

.

Keston KC - Wildfire

7. Keston Cobblers‘ Club – Wildfire
Die Briten knüpfen nahtlos an ihre vorherige Platte an und bieten wieder spielfreudigen, modernen Indiefolkrock irgendwo zwischen Admiral Fallow und Mumford & Sons. Das macht Spaß, auch beim wiederholten Hördurchgang! Also nicht vom Cobver abschrecken lassen.

.

Monster Magnet - Cobras and fire

8. Monster Magnet – Cobras and fire
Die Poser um Dave Wyndorf spielen hier ihr Album „Mastermind“ von 2010 in anders. Jenes kenne ich gar nicht, aber nachdem mich die letzten MM Veröffentlichungen positiv überrascht hatten, habe ich hier kurzentschlossen zugegriffen und bereue dies nicht. Die Scheibe könnte locker 1996 nach „Dopes to infinity“ entstanden sein, wirklich große Klasse!

.

Paradise_Lost_-_The_Plague_Within

9. Paradise Lost – The plague within
Schon wieder eine gute Platte von Paradise Lost, oder besser: eine sehr gute! Hier sind alle Qualitäten, die ich an der Band mag, ganz weit vorne, nämlich ein düsteres Gothic-Element gepaart mir ordentlich fettem Rock. Vereinzelt wird sogar mal gegrowlt, was nun nicht unbedingt meine Sache ist, aber hier nicht stört. Und die Produktion ist auch ein echtes Brett.

.

Threshold - European journey

10. Threshold – European journey
Endlich ein Livealbum mit Damian Wilson und dann auch ein sehr starkes. Sowohl was die Atmosphäre als auch den Sound und die Versionen angeht, gefällt mir diese Doppel-CD durchgehend. Leider gibt es allerdings nur einen Song aus den Anfangstagen mit Wilson. Immerhin entschädigt die CD mich dafür, dass ich die Band auf eben jener Tour live sah und es schlimm scheiße klang (wegen Akustik und Mischerunfähigkeit).

.

Steven_Wilson_Hand_Cannot_Erase_cover

11. Steven Wilson – Hand. Cannot. Erase.
Skeptisch war ich, denn eine große stilistische Offenheit und ein sonderbares Konzept waren angekündigt. Letztlich gefiel mir die CD zunächst nicht so, wurde aber immer besser. Nicht so sehr wie der „Raven“, aber es sind doch ’ne Menge guter Stücke hier drauf. Lediglich eines mag ich gar nicht. Live war es auch einen Tacken weniger toll als zuvor, aber immer noch eindrucksvoll.

.

cross-fripp - starless starlight

12. David Cross & Robert Fripp – Starless starlight
Auf diesem Silberling improvisiert David Cross (in den 70ern Geiger bei King Crimson) über alte Aufnahmen von Robert Fripp (Mastermind ebenjener Band), die im wesentlichen die Struktur des Songs „Starless“ bilden. Das mag wie Geldmacherei wirken, aber wer etwas esoterisch angehauchten Art Rock oder auch die Geige von Jean-Luc Ponty in ihren atmosphärischen Momenten mag, wird hier verwöhnt. Die Songs sind sich ähnlich und trotzdem ist jeder für sich toll.

.

Iron_Maiden_-_The_Book_of_Souls

13. Iron Maiden – The book of souls
Eigentlich interessieren mich die Maiden-Scheiben nach 1993 nicht, aber hier hat die Aussage, das sei nach „Seventh son of a seventh son“ ihre progressivste Veröffentlichung, gelockt. Und es stimmt. Abgesehen von der moderneren Produktion (Keyboards und Drums klingen nicht nach 80ern), könnte dieser Doppeldecker glatt 1989 erschienen sein. Viele klassisch klingende Gitarren und ganze Songelemente gibt es, die zwar Repetition darstellen, mein Herz aber doch jubilieren lassen.

.

Therapy - Disquiet_album_cover

14. Therapy? – Disquiet
Mit ihrem 14. Album legen Therapy? ein cooles Rockbrett vor, das mit ein paar außergewöhnlich guten und einigen schrägen Songs zu gefallen weiß. Nicht jeder Song der Platte ist gut und einige klingen wie früher schonmal gehört, insgesamt aber eine gute Platte, die ein wenig mehr zu bieten hat, als die vorherige („A brief crack of light“).

.

Heather Nova - The way it feels

15. Heather Nova – The way it feels
Diese neue CD von Heather Nova gefiel mir besser als ihre letzten. Klar, „300 days at sea“ hatte ich zunächst auch gelobt, die Halbwertszeit war dann aber recht gering. Hier sind durchaus einige Stücke drauf, die auch auf einer „Best-of“ nicht falsch wären. Ein paar langweilige Songs sind natürlich auch dabei. Die Produktion ist aber nicht so glatt und poppig wie noch zuletzt und das tut der Sache gut.

.

Top EPs 2015

Darkest Era – Gods and origins

Incubus – Trust fall (side a)

Orchid – Sign of the witch

.

Konzerte des Jahres

  1. Keston Cobblers‘ Club
  2. Masked Intruder
  3. Therapy?
  4. EA 80
  5. John Garcia

.

Boxsets des Jahres

.

Layout 1

Fotheringay – Nothing more
Oder anders: „everything“. Hier findet man die originale Fotheringay-Platte mit Bonustracks, die nachträglich erst veröffentlichte zweite Scheibe mit Bonustracks, eine CD mit Liveaufnahmen und ein paar Livesongs auf DVD. Da ich ein großer Sandy Denny-Fan bin, fehlte mir genau dies noch in meiner Sammlung. Und tatsächlich hört man schon ein paar Songs ihrer ersten Soloplatte in anderen Versionen. Nicht alles ist musikalisch gelungen, aber die Box ist – auch wegen des ausführlichen biografischen Textes – hundertprozentig empfehlenswert.

.

leatherface razorblades-500x500

Leatherface – Razorblades and aspirin
Hier gibt’s die Longplayer „Fill your boots“, „Mush“ und „Minx“ neu aufgelegt mit reichlich Bonustracks von Singles und Samplern obendrauf. Ich habe Leatherface erst danach kennen gelernt und die anschließende EP „The last“ war die älteste Scheibe, die ich hatte. Die drei Longplayer punkten  mit vergleichbar melancholischem Punk, sind aber oft etwas rauer und wilder, was mir auch gut gefällt. Das Booklet erzählt zudem auf zahlreichen Seiten die Entstehungsgeschichte der drei Platten. Super!

.

Skids - Box set

The Skids – Box set
Bisher konnte ich behaupten, dass ich nahezu alles von der schottischen Band, die als Punks gestartet waren und sich dann immer mehr in Richtung eines sonderbaren New Wave-Folks bewegten, besitze. Eine 12″ und eine farbige Single fehlten mir noch. Ich habe von ihren Alben die Vinyl-Version und die CD-Version, manchmal mehrere CD-Versionen. Wie kann also solch eine Box, die nur schmale Papphüllen und ein dickes Booklet enthält, ein Hit des Jahres werden? Der Gründe gibt es drei: der Remix, d.h. die zweite Auflage, der LP „Days in Europa“ liegt hier erstmals digital vor; die drei zuvor als Download veröffentlichten Peel Session sind erstmalig mit zwei weiteren Sessions zusammen auf CD; die letzte LP „Joy“ ohne Stuart Adamson (gründete Big Country) wird hier erstmalig als CD rausgebracht. Also für den Fan ein Muss und auch sonst ein Schnäppchen, denn die sechs CDs mit reichlich Bonustracks gibt’s für knapp über 20 Euro. It’s Skids time!

.

Kaufrausch
Die Band, von der ich die meisten mir vorher unbekannten Tonträger neu hatte war Saxon. Ja, echt, die NWOBHM Band, die ich bisher für schlappe Poser hielt. Aber wenn man sich an die seltsame Stimme des Sängers gewöhnt hat, dann sind ihre ersten Alben wirklich geile Klassiker! Hätte ich nicht gedacht.
Komplettiert habe ich meine Jean-Michel Jarre-Discographie bis 1990. Zwar kannte ich fast alles schon, hatte einiges auf LP, aber gerade diese Musik ist natürlich digital besser und beamt mich auch mal direkt in die 80er zurück. Yeah!
Big Country sind weiterhin mein Sammelobjekt und es tun sich immer wieder seltene oder neu aufgelegte Tonträger auf, die ich noch nicht besitze. Deswegen wieder im Kaufrausch, auch wenn dabei keine mir zuvor unbekannte Musik zutage trat.

.

Flops 2015
An folgende Silberlinge hatte ich hohe Erwartungen, fand sie dann aber bestenfalls mäßig. Das hat mich enttäuscht.

Beardfish – +4626-Comfortzone
Dave Gahan & Soulsavers – Angels & ghosts
The Gentle Storm – The diary
David Torn – Only sky
T’Pau – Pleasure and pain

.

10 Songs von 2015, die ich sehr gerne gehört habe
AndersonPonty Band – Listening with me (von „Better late than never“)
Demon’s Eye – Master of destiny (von „Under the neon“)
Graveyard – Exit 97 (von „Innocence & decadence“)
Mark Knopfler – Privateering live (vom official Tour Bootleg)
Murder By Death – Big dark love (von „Big dark love“)
My Sleeping Karma – Akasha (von „Moksha“)
Riverside – #Addicted (von „Love, fear and the time machine“)
Sea + Air – Lady Evropi (von „Evropi“)
Seasick Steve – Summertime boy (von „Sonic soul surfer“)
Rocky Votolato – White knuckles („Hospital handshakes“)

.

Top 20 Alben aus früheren Jahren

Alphaville – So80s curated by Blank & Jones (1984-89/2014)
Cinderella – Nightsongs (1987)
Crosby, Stills, Nash & Young – 1974 (1974/2014)
Def Leppard – High ’n‘ dry (1981)
Lincoln Durham – The shovel vs the howling bones (2012)
Jon Dee Graham – Escape from monster island (1997)
Grand Magus – Triumph and power (2014)
Billy Idol – Rebel yell (1983)
Ted Leo – Tell Balgeary, Balgury is dead (2003)
The Meanies – Televolution (1990-94)
Nico – Chelsea girl (1967)
The Nightwatchman – The fabled city (2008)
Order Of Israfel – Wisdom (2014)
Parsons  Thibaud – Eden (2014)
The Pretty Maids – Red, hot and heavy (1984)
Queensryche – Operation: mindcrime (1988)
Rush – Grace under pressure (1984)
Slayer – Seasons in the abyss (1990)
Tad – Infrared riding hood (1995)

.

Ja, dem 80er Heavy Metal/Hardrock habe ich ausgiebig gefröhnt! Und ansonsten noch alles andere, nur old school ProgRock war nicht so prominent vertreten.
Neben der Albenliste gibt es auch noch eine mit 50 Songs von 1960 bis 2014, die mir ausgesprochen gut gefielen, aber damit verschone ich Euch jetzt.

.

Stay alive and rock on
Harvey

 

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s