1974 Top15 Longplayer

Genesis_Lamb741. Genesis – The lamb lies down on broadway
Das einzige Konzeptalbum von Genesis und auch ihr einziges Doppelalbum und außerdem die letzte Veröffentlichung mit Peter Gabriel. Hier gibt’s eine verwirrende aber dennoch mitreißende Story, eine innovative Instrumentierung und dabei ist die Musik eingängiger als auf allen Vorgängern. Lange Keyboard-Epen á la Banks fehlen, dafür ist etwas mehr Gitarre und Drums im Mix zu hören. Am Ende bleibt ein Meisterwerk! Platz 4 in meiner Genesis Top10.

King_Crimson_Red2. King Crimson – Red
Eine Scheibe von unglaublicher Intensität, die zwischen sanfter und brachialer Musik pendelt und erst nach der Auflösung der Band veröffentlicht wurde. Die meisten Songs basieren auf live aufgenommenen Jams, die im Studio bearbeitet wurden. Alle sind hier voll auf der Höhe ihres Schaffens: Bruford drummt wie ein Gott, Wetton spielt Bass als wäre er Gott, Fripp schrubbt und fingert und rückkoppelt mit seiner Gitarre wie von Gott geküsst und erfreulicherweise dürfen auch noch David Cross (Violine) sowie Mel Collins und Ian MacDonald (beide Sax) göttliche Beiträge liefern.

Camel-Mirage3. Camel – Mirage
„Mirage“ läutete die beste Phase Camels ein: bis 1977 blieb die Besetzung unverändert, kleinere Erfolge stellten sich ein und in der Retrospektive gelang der Band hier eine ganze Reihe hervorragender Alben. Immer sehr von Gitarre und Orgel betont, mit ausufernden Songs, die aber nicht allzu komplex sind, und einer sanften Grundstimmung kann man diese Phase stilistisch genau in die Mitte zwischen Canterbury und typischem Progressive Rock einordnen. Eines meiner Lieblingsstücke überhaupt – „Lady Fantasy“ – ist hier drauf und ein Neunminüter über Themen aus dem Herrn der Ringe.

SAHB_The_impossible_dream4. The Sensational Alex Harvey Band – The impossible dream
Auf diesem im Vergleich zu den Vorgängern etwas kommerzieller produzierten Album der SAHB sind leider fünf etwas flache Songs (Nummer 3-7 auf der CD), dafür aber auch fünf Großtaten. Dabei ist es allerdings bescheuert, dass die „Hot city symphony“ als zwei Songs aufgeführt wird, denn es ist ein Stück in zwei Teilen. Inklusive dem legendären „Vambo“, in dem die Story des Rebellen Vambo weiter erzählt wird. Das noch größere Highlight kommt aber ganz am Ende: das pathetische „Anthem“, mit Dudelsack und tollem Text.

MMEB_The_Good_Earth5. Manfred Mann’s Earth Band – The good earth
MMEB hatten ihre beste Zeit von 73-76 und veröffentlichten mit „The good earth“ ein weiteres sehr progressives Album, bei dem eine LP-Seite mit eigenen Songs und eine mit interessanten Coverversionen gefüllt ist. In der Top5 von 1974 ist das dann schon die vierte Variation von Prog, denn hier bekommt man eher bluesigen und hippiemässigen Prog angeboten. Vor allem wegen des Sounds und der Stimmung eine sehr coole Platte.

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King_Crimson_Starless_andbb6. King Crimson – Starless and bible black
Noch vor dem oben auf Platz 2 genannten „Red“ wurde im selben Jahr diese Scheibe veröffentlicht. Auch hier sind viele Songs aus Liveaufnahmen entstanden. Allerdings sind die Stücke weniger bahnbrechend und auch vom Grundtenor her mehr kurz und knackig als lang und experimentell. Trotzdem muss man sagen, dass einige der besten KC-Songs dabei sind, u.a. „Lament“ und „The night watch“.

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BlueOysterCultSecretTreaties7. Blue Öyster Cult – Secret treaties
Mit dieser Platte begann auch die beste Zeit von BÖC. Mit typischer 70er Produktion und zurückhaltender Härte werden auf „Secret treaties“ einige der besten Stücke der Band angeboten. Allen voran „Flaming telepaths“ und „Astronomy“, aber auch „Career of evil“ und „ME 262“ rocken gut, ohne zu eingängig zu sein.

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Supertramp_-_Crime_of_the_Century8. Supertramp – Crime of the century
Auch für Supertramp startete 1974 die erfolgreiche Phase, die zudem ihre progessivste war. Allerdings hat die Band immer nur Spuren von Prog zu bieten, ein bisschen Hippie-Geist hier und da aber meisten eher sorgfältig arrangierten und etwas komplexeren Pop. Meine Lieblingssongs hier sind „School“, „Dreamer“ und „Rudy“.

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Deep_Purple_-_Burn9. Deep Purple – Burn
David Coverdale singt erstmals bei Deep Purple und er macht das gut. Auch wenn weder die Wucht noch der Prog so wie in der besten Zeit zuvor rüberkommen, gibt’s hier gute Songs mit reichlich Blues-Anklängen und ein wenig Experimentierfreude. Meine Lieblingsstücke sind der Titelsong und „Mistreated“ und “ A 200″.

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Roxy_Music-Country_Life10. Roxy Music – Country life
Die Cover der Roxy-Alben stoßen mich ab, aber trotzdem sind hier schräge, düstere Avantgarde-Pop-Songs drauf, die mir sehr gefallen. Oder sollte man es Glam-Prog nennen? Egal, die dichte, stimmungsvolle und trotzdem sterile Atmosphäre bei „The thrill of it all“, „Out of the blue“, „Casanova“ oder „Prairie rose“ begeistert.

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Rick_Wakeman_Journey_ttcote11. Rick Wakeman – Journey to the centre of the earth
Als ich Mitte der 90er meine Fühler nach unbekannter (alter) Musik ausstreckte, kaufte ich viele LPs auf Flohmärkten. Auch diese Wakeman-Scheibe, die ich für 2 Mark bekam, komplett mit LP-Booklet. Ich war mir des Schnäppchens gar nicht bewusst, denn es war ja ein Risiko, eine unbekannte Platte zu kaufen. Hier wurde es belohnt: eine Jules Verne-Story in progressiver Vertonung, allerdings mit Erzähler und Orchester. Also nicht jedermanns/-fraus Sache, aber trotzdem Nr. 1 im UK und Nr. 3 in der US of A. Wakeman war halt damals ein Popstar und solche Musik war angesagt. Dass die Sache 14 Millionen Mal verkauft wurde, wie Wikipedia behauptet, halte ich aber trotzdem für ein Gerücht.

refugee_st12. Refugee – Refugee
Ganz kurz bevor Patrick Moraz zu Yes ging, wurde das einzige Album von Refugee veröffentlicht. Mit dabei sind Lee Jackson und Brian Davison, beide zuvor bei The Nice. Und so klingt es dann auch: ein bisschen klassisch-proggig und etwas modern-proggig mit vielen Tasteninstrumenten (allerdings kaum echten Keyboards, eher Orgel und Klavier). Zwar wäre ein Held an der E-Gitarre eine ganz gute Ergänzung gewesen, aber auch so ist das ein innovatives und unterhaltsames Prog-Album.

Kayak-st13. Kayak – s.t. / Alibi
Kayak hatten 1974 ebenfalls – wie diverse zuvor genannte Bands – den Höhepunkt ihres progressiven Schaffens erreicht. Eigentlich mehr an intellektuellem Pop interessiert, war hier wohl der Geist der Mittsiebziger zu stark. Jedenfalls sind die Kompositionen etwas komplexer und die Instrumente oft nicht ganz so eingängig wie zu späteren Zeiten. Gesang liefert Drummer Max Werner, der 1981 einen unsäglichen Solohit in Deutschland hatte.

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Jefferson_Starship_Dragon_fly14. Jefferson Starship – Dragon fly
Nachdem Jefferson Airplane sich informell 1973 aufgelöst hatten, arbeiteten Paul Kantner und Grace Slick weiter zusammen und Kantner entwickelte das inhaltliche Konzept, das er bereits auf seinem Soloalbum „Blows against the empire“ (1970) verfolgt hatte, weiter. Daraus entstand dann eigentlich erst nach dieser Platte die neue Gruppe Jefferson Starship. Musikalisch ist das hier ebenfalls ein Bindeglied: etwas modernerer Sound, trotzdem hippiemässige Texte (und ein bisschen SciFi) und dazu Slicks wie immer herausragender Gesang. Toll!

Kansas_-_Kansas15. Kansas – Self titled
In meiner Jugend herrschte bei meinen Freunden die Meinung vor, dass man grundsätzlich keine Band gut finden könnte, die nach einer amerikanischen Stadt oder einem Staat oder auch dem Land selbst benannt war. Ich war sehr dafür. Heute finde ich einzelne Lieder von America ganz gut, etwas mehr mag ich Boston, Chicago hasse ich noch immer, Alabama kenne ich nicht wirklich. Aber Kansas: nachdem ich sie in ihrer 80er Phase mal gehört und verworfen hatte, wurde ich dann durch zwei Livealben wieder auf sie aufmerksam und hörte mir ihre 70er Platten an. Neben einigen langweiligen Songs und gelegentlichem Pathosüberschuss machten sie bis ca. 1977 progressiv angehauchten und abwechslungsreichen Softrock mit Geige, der mir vor allem mit seinen hymnischen, symphonischen Songs gefällt. Die Texte sind eher uninteressant, aber es sind tolle Songs auf diesem Debut, die man durchaus mal anhören sollte, etwa: „Lonely wind“, „Belexes“ und „Journey from Mariabronn“.

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Stay alive and rock on
Harvey

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