2003 Top 20 Longplayer

Das Jahr 2003 hatte wirklich sehr viel gute Musik zu bieten. Da fällt es mir schwer, mich auf 20 Scheiben einzuschränken – obwohl ich sogar das Gefühl habe, dass ’ne Top Twenty-Liste eigentlich schon zu lang ist.

Heather_Nova_Storm-cover1. Heather Nova – Storm
Schon seit dem Erscheinen finde ich, dass dieses hier eine ungewöhnlich intensive, emotionale Platte ist, die zudem durch die sparsamen Arrangements und einen hervorragenden Gesang zu begeistern weiß. Sie fällt im Gesamtwerk von Heather Nova ziemlich aus dem Rahmen, was für mich persönlich auch bedeutet, dass ich keine andere besser finde.

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justin_sullivan_navigating_by_ts2. Justin Sullivan – Navigating by the stars
Gleich noch eine sehr ruhig CD. Keiner weiß, warum diese nicht unter dem Namen New Model Army erschienen ist. Weil fast gar keine Rocker drauf sind? Die langsamen Songs klingen dafür sehr ähnlich wie langsame Songs von NMA. Ok, es sind ein bisschen mehr Keyboards dabei – dies ist keine Songwriterplatte, eher schon akustisch angehauchter Indie-Folk. Sehr atmosphärisch!

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Deadsoul_Tribe-A_Murder_of_Crows3. Deadsoul Tribe – A murder of crows
Nach einem etwas lauen Erstling legte Devon Graves (aka Buddy Lackey von Psychotic Waltz) hier ein düsteren, konzeptartiges Progwerk vor, das seinesgleichen sucht. Eine Prise seiner alten Band aber auch etwas Tool und ein wenig Jethro Tull (in ihrer komplexen Phase) hört man hier heraus. Schade, dass die CD weitgehend unbeachtet blieb.

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movement-move4. The Movement – Move!
Sehr ungünstiger Bandname! discogs.com listet alleine 2o Bands mit diesem Namen auf. Gemeint ist die dänische Modpunk-/Skaband. Eigentlich nicht so ganz mein Genre, aber die LP sprüht nur so vor Energie, die Songs haben unglaublich Drive und sind knackig eingespielt, dass es eine Freude ist! Dabei außerdem auch noch politische Songtexte.

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Steve_Skaith_Mexile5. Steve Skaith Band – Mexile
In den 80ern fand ich mal Latin Quarter gut, aber das nutzte sich schon damals ab. Irgendwie waren die zu poppig, wenn auch die Songtexte lauter heiße Eisen anfassten. Steve Skaith war Sänger und Gitarrist der Band und machte 2003 unter eigenem Namen mit südamerikanischen Musikern weiter. Den Südamerikaeinfluss hört man auch, außerdem ist die Sache sehr akustisch geworden. Trotzdem sind es alles Popsongs – aber außer der Stimme erinnert nichts an die 80er. Drei von den elf Songs entpuppen sich allerdings Latin Quarter-Stücke in neuem Gewand. Mir gefällt das, aber es ist sicher nicht jedermanns/-fraus Sache.

Office_of_Strategic_Influence_(OSI_album_-_cover_art)6. O.S.I. – Office of strategic influence
Die CD habe ich mir eigentlich nur gekauft, weil sie bei Karstadt im Ausverkauf für 3 EUR rausgehauen wurde. Es handelt sich um ein Projekt von Jim Matheos (Fates Warning) und Kevin Moore (ex-Dream Theater), die hier aber nur wenig rocken und auch nicht viel frickeln, sondern sich auf futuristischen Electroprog mit ausufernden Gitarren konzentrieren. Ich kenne keine Platte, die vergleichbar klingt. Und sie ist immer wieder spannend zu hören.

ritual_think_like_am7. Ritual – Think like a mountain
Meiner Ansicht nach die beste Platte der schwedischen Progband mit ebenfalls sehr ungünstig gewähltem Namen. Zu hören bekommt man recht kurze Songs, die leichte Folkelemente, ein wenig Psychedelic und etwas mehr Progressive Rock zu bieten haben. Die Mischung macht’s und hebt sich erfreulich von anderen nordeuropäischen Bands des Genres ab.

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Mother_Tongue_Ghost_note8. Mother Tongue – Ghost note
Hier gibt es alles, was Mother Tongue ausmacht: eine Prise Funk, etwas Blues, ein bisschen Psychedelic und ordentlich Rock. Kein Ausfall dabei, trotzdem kommt auch diese Veröffentlichung nicht an das herausragende Debut von 1994 heran.

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Star_One_Live_on_earth9. Star One – Live on earth
Hier bringt Arjen Lucassen (Ayreon) sein Star One-Projekt auf die Bühne. Mit viel Spielfreude und ordentlich Wucht, aber auch ausufernden Orgelsolos und tollen Vocals (insbesondere von Damian Wilson) macht das noch mehr Freude als in der Studioversion. Und ein paar Ayreon-Songs sind natürlich auch dabei.

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Briefs_Off_the_charts10. The Briefs – Off the charts
12 Songs in weniger als 30 Minuten mit lustigen oder völlig bekloppten Texten werden einem von den Briefs  um die Ohren gehauen. Die Adverts auf Speed könnten das sein, denn die Lieder gehen genauso ins Ohr und machen dabei einfach froh. Da kann man die CD gleich nochmal durchlaufen lassen.

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slapshot_digital_warfare11. Slapshot – Digital warfare
Als alte US-Hardcore Band hatten sich Slapshot zwischendurch auch mal in langweiligem Metal-Hardcore verirrt. Hier jedoch klingt alles wie der Titel der CD: Songs in Dauerfeuergeschwindigkeit, modern produziert, präzise gespielt und mit räudigen Vocals. Sehr geil!

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Eels_-_Shootenanny!12. eels – Shootenanny!
Anfangs hatte ich das Gefühl, dass diese Platte ein bisschen langweilig sei. Inzwischen aber zeigt sich, dass doch sehr viele gute Songs drauf sind, die auch als Gesamtwerk funktionieren und gar nicht so unabwechslungsreich sind, wie zunächst gedacht. In meiner eels-Hitlist landet das Album auf dem 5. Platz.

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Muse_-_Absolution_Cover_UK13. Muse – Absolution
Bei diesem Album klangen Muse noch neu und aufregend und der Größenwahn der Band hielt sich in Grenzen. Verrückte Instrumentalpassagen, unglaubliche Arrangements und natürlich auch ordentlich Rock und Pop. Und Ausfälle gibt’s hier nicht.

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Therapy_High_Anxiety14. Therapy? – High anxiety
„High anxiety“ klingt etwas anders als die restlichen Therapy?-Veröffentlichungen. Zum einen mehr nach Pop, zum anderen mehr nach Punk. Das trifft nicht auf alle Songs zu, aber es sind viele kurze, knackige Stücke dabei, die zudem gut ins Ohr gehen. Und sie machen immer noch Freude und werden auch live gespielt. Platz 3 in meiner Therapy?-Hitlist.

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wovenhand_blush_music15. Wovenhand – Blush music
Diese CD habe ich anfangs ignoriert, weil sie als Soundtrack bezeichnet wurde und die meisten Songs schon bekannt waren. Tatsächlich sind es aber meistens radikal andere Versionen, die hier drauf sind und ich finde, dabei gewinnen die Lieder. Viele Stücke sind über sechs Minuten lang und lassen sich Zeit. Man kann gut in der Musik versinken oder auch sich mitreißen lassen. Tolle Platte!

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Alkaline_Trio_-_Good_Mourning_cover16. Alkaline Trio – Good mourning
„Good mourning“ stellt für mich zusammen mit „Crimson“ den Höhepunkt des Schaffens vom Alkaline Trio dar. Die Songs haben Hooks, meistens interessante Texte und gehen dabei auch ordentlich nach vorne. Und natürlich hat alles einen leicht(!) düsteren Touch.

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Machine_Head_-_Through_the_Ashes_of_Empires17. Machine Head – Through the ashes of empires
Auf dieser LP spielen Machinehead modernen, harten Metal. Die Crossovereinflüsse sind gering und nur selten wird das Gaspedal durchgetreten. Stattdessen ist eine Tendenz zu epischen Soundwällen zu hören. Genau mein Ding! Beim Nachfolger „The blackening“ wurde das dann perfektioniert.

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King_Crimson_The_Power_to_Believe18. King Crimson – The power to believe
Nachdem mir ihre 2000er-Platte nicht so gut gefallen hatte, geht die Formkurve auf dieser Scheibe wieder aufwärts (allerdings kam auch nichts mehr seitdem, wenn ich mal die „A scarcity of miracles“ nicht mitzähle). Eine etwas wärmere Produktion,leichter zugängliche Songs und relativ viel Gesang zeigen hier, dass auch die Viererbesetzung gute Alben aufnehmen kann, die dennoch abgefahren und experimentell klingen.

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Runrig_Proterra19. Runrig – Proterra
Eigentlich spricht alles gegen „Proterra“: reichlich Keyboards und elektronische Effekte reichern den eh schon poppigen Folk der Band an. Pathos ist auch noch dabei. Aber irgendwie finde ich das hymnisch und nachdenklich und höre es auch heute noch  gerne.

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Kaipa-Keyholder20. Kaipa – Keyholder
Mit dieser CD lernte ich Kaipa kennen und das auch nur zufällig, weil ich sie in einer Wühlkiste fand und das Cover sowie die Plattenfirma mein Interesse weckten. Vertrackten, etwas hippieesk angehauchten RetroProg bekommt der Hörer von Kaipa. Musikalisch erinnert das ein wenig an die Flower Kings, ist aber sperriger. Die Songs erzählen Geschichten und ich träume gerne dabei. Leider sind die anderen Kaipa-Alben (vorher und nachher) nicht so gut wie dieses.

In einer Woche soll’s hier weiter gehen mit 1969!

Stay alive and rock on
Harvey

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