Stick Men: Deep

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Kurz zur Chronologie:
2007 veröffentlichte Tony Levin seine Soloplatte „Stick man“. Neben anderen wirkte hier auch Pat Mastelotto mit.
Michael Bernier komplettierte dann mit diesem zusammen die Stick Men, die 2010 „Soup“ herausbrachten.
Kurz darauf ersetzte Markus Reuter Bernier und die EP „Absalom“ folgte 2011. Danach gab es dann einen Live Bootleg als Download.
Im folgenden Jahr kredenzten die drei uns mit „Open“ ein Übergangsalbum voller Improvisationen.
Und jetzt endlich erschien in der inzwischen etablierten Besetzung Levin (Chapman Stick), Mastelotto (Drumsticks), Reuter (keine Sticks, sondern Touch Guitar) die neue Scheibe „Deep“.

Ich war zunächst skeptisch, denn bei „Absalom“ waren mir Sound und Kompositionen doch etwas zu ruhig und sphärisch. Auch der Livebootleg erfüllt nicht die Erwartungen, die ich aus dem Liveerlebnis der vorherigen Bandbesetzung hatte. „Open“ gefiel mir dann besser als erwartet.
Und – hurra! – „Deep“ setzt nochmal einen drauf. An „Thrak“ (King Crimsons 95er Doppeltrio-Platte) sind sie nah dran. Klar, etwas weniger Instrumente sind im Einsatz und der Gesang fehlt. Letzteres ist ganz gut, denn wer von den Dreien sollte denn singen?
Markus Reuter und Tony Levin ergänzen sich so gut, dass sie im Vergleich zu der besagten Crimson-CD sowohl Levins Bass als auch Gunns Warr Guitar und nahezu auch noch Fripps Gitarre abzudecken vermögen. (Auch weil hier und da noch an irgendwelchen Electronics rumgedreht wird.) Da fehlen dann allenfalls noch Belews freakige Licks und Rhythmen.

Wer sich bisher trotzdem noch nicht wirklich vorstellen kann, wie diese Musik klingt, für den hier noch der Versuch einer Beschreibung:
Auf einem meistens solide groovenden Bassfundament, das nur selten mal frickelig wird, sind tänzelnde, flirrende und bratende Gitarren unterschiedlichen Härtegrades zu hören – meistens aber sehr verzerrt. Dazu kommen dann treibende und trotzdem verspielte Drums und gelegentliche Effekte oder abgespacedte Loops.

Fazit:
Es hat dem Trio eindeutig gut getan, dass es sich Zeit gelassen hat. Man merkt, dass die drei gut eingespielt sind. Die Songs bewegen sich im Spannungsfeld zwischen hartem Mathrock und freier Avantgarde. Wer gerne genau zuhört, bekommt reichlich spannenden Stoff!
Für mich ein heißer Kandidat für die Jahres-Top10.

Anspieltipps:
„Nude ascending staircase“, „Crack the sky“, „Horatio“

Klingt wie:
King Crimson, Trey Gunn, Fripp & Sylvian

Fakten:
Erscheinungsjahr: 2013
Spieldauer: 54:15min

Stay alive and rock on,
Harvey

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One thought on “Stick Men: Deep

  1. Pingback: Songs made in 2013 – der Jahresrückblick | Hitlist

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