Magnum: On the thirteenth day


Mit schöner Regelmäßigkeit veröffentlichen Magnum neue Longplayer und wenn man böse wäre, könnte man sagen: kennste einen, kennste alle!

Überall ist ein mehr oder weniger gelungenes Rodney Matthews Cover drauf und überall sind Hard Rock Songs in ähnlichem Stil wie schon 1982, 1987 oder 1993 drauf.

Und, ja, irgendwie ist das alles richtig, aber zugleich auch nicht!

Wie immer sieht der Fan das differenzierter, hört Variationen und Hochs und Tiefs, wo für den Gelegenheitshörer nichts weiter zu entdecken ist.

Ich selbst bin seit ca. 1989/90 Magnum-Fan. Zu dieser Zeit hörten wir im Freundeskreis gelegentlich „On a storytellers night“ und (ab 1991, weil da erst erschienen) öfter mal „The spirit“.

Als Magnum sich 2002 mit „Breath of life“ zurück meldeten, war ich skeptisch. Nur weil ich die Promo-CD in London für wenige Pfund gefunden hatte, hörte ich mal genauer hin. Und auch wenn man kritisieren kann, dass diese Platte mit Drumcomputer aufgenommen wurde, begeisterte sie mich!
„Brand new morning“ gefiel mir dann sogar noch deutlich besser (hey, mit echtem Drummer!), „Princess Alice“ war nicht schlecht, enttäuschte als „On a storytellers night“-Nachfolger (als der sie angepriesen wurde) aber eher. Der „Moonking“ hatte ein besonders schönes Cover, konnte mich von den Songs her aber nicht ganz überzeugen. Dadurch war ich gegenüber „The visitation“ (2011) besonders kritisch, das Cover gefiel mir auch nicht und so kam es, dass ich mir diese dann am Ende gar nicht kaufte.

Und jetzt „On the thirteenth day“: nur gute Kritiken! Super Coverartwork! Keine blöde Bonus-DVD, sondern eine CD mit sechs zusätzlichen Songs, teils akustisch, teils live, teils Demos!

Ja, das Ding musste ich mir holen, ohne einen einzigen Song gehört zu haben.

Übrigens, wer sich jetzt wundert, dass der Harvey wieder mal scheissenspät dran ist, weil die CD schon am 21.9. erschien und wir jetzt den 6.11. haben, der sei erinnert, dass ich nicht jede CD gleich am Erscheinungstag kaufe und dass ich mir die notwendige Zeit lasse, um die Dinger intensiv anzuhören. Und zusätzlich gibt es hier einen Stapel, ’ne Queue sozusagen, der abgearbeitet werden will.

Nun zur Musik:
Meiner Ansicht nach die erste CD, auf der es Magnum wirklich gelingt, einen Sound aus ihrem „ersten Leben“ (1978-94) zu reproduzieren. Durchgehend hervorragendes Songwriting, mega-Spielfreude, unglaublich guter Gesang von Bob Catley und eine fette aber weder zu moderne noch zu polierte Produktion.
Ja, und welcher Sound ist es nun? Es ist der von „Goodnight LA“, allerdings mit etwas weniger 80er Popproduktion und nicht so hervorgehobenen Keyboards.
(Schon verrückt, wenn ich daran denke, dass ich die „Goodnight LA“ erst vor einem halben Jahr für recht viel Geld gebraucht auf CD bekommen habe – sie ist quasi „selten“. Allerdings hatte ich die LP schon viele Jahre.)
Zum Test höre man sich mal den Titelsong an. Nicht nur, dass hier die ersten Gitarrenriffs sehr an „Rockin chair“ gemahnen, nein, der ganze Song könnte auf eine modernere Version der besagten Scheibe passen.
Das gilt auch für alle anderen. Interessant arrangiert, druckvoll aber mit reichlich Klavieren gespielt, spannungsreich, zum Teil symphonisch und alles mit harten, aber nie brutalen Gitarren. Wahnsinn!
Und das beste ist, es gibt kein einziges schwaches Lied. Alle reißen mich mit, alle sind kleine Hymnen!

Und die Bonus-CD lohnt sich auch.

Fazit:
Positive Überraschung! Ein Album, bei dem hinten und vorne (und in der Mitte) alles stimmt – so man denn auf leicht schnulzigen melodischen Hardrock steht. Ich finde, dies ist die beste Magnum-Veröffentlichung seit mindestens 1994! Jeder – JEDER – der oder die mal Magnum gut fand, sollte sich das Teil zulegen!

Anspieltipps:
Broken promises (old school mit einem Schuss Moderne), Didn’t like you anyway (etwas ruhiger), Shadow Town, From within (DIE Hymne)

Klingt wie:
Magnum!

Fakten:
Erscheinungsjahr: 2012
Spieldauer: 57:14min (Album), 1:27:52h (2-CD edition)

Stay alive and rock on,
Harvey

Werbeanzeigen

One thought on “Magnum: On the thirteenth day

  1. Pingback: Songs made in 2012 – der Jahresrückblick « Hitlist

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s