Ignite: Our darkest days live

Eine Live-DVD von Ignite (mit CD sofern man die „limited“ Edition hat) im Jahr 2012?
Das verwundert doch etwas. Das dargebotene Konzert ist aus Leipzig von 2008 und die Credits lassen erkennen, dass die DVD auch schon damals fertiggestellt wurde.
Warum sie 2008 (oder 2009) nicht veröffentlicht wurde, bleibt unklar. Der Grund, sie jetzt doch noch rauszubringen, liegt vermutlich in der Publicity für Zoli Teglas (Ignite-Sänger) durch die neue – und sehr gute – Pennywise-CD. Bei denen singt er ja jetzt auch.

Was bekommt man?
Auf der CD zunächst mal 20 Songs aus allen Phasen von Ignite, die recht originalgetreu gespielt werden. Allerdings ist der Sound doch etwas anders als im Studio. Die Lieder klingen zwar nicht „besser“, aber zumindest lassen sie sich als Liveversionen erkennen. Denn vom Publikum hört man wenig (außer zwischen den Songs) und somit ist das Livefeeling vom reinen Höreindruck her wenig ausgeprägt.
2008 habe auch ich Ignite live gesehen, erinnere mich aber, dass sie etwas länger gespielt haben als bei diesem Konzert. Und die Bilder der DVD machen auch den Eindruck, als wäre die Zugabe nicht mit drauf. Außerdem kann ich mich nicht erinnern, dass bei meinem Konzert ebenfalls zwei Akustikversionen gespielt wurden. Vielleicht ist das aber einfach Verdrängung, denn die bringen echt nicht viel. Was Ignite ausmacht, das sind die Power und die Message und ganz bestimmt nicht Lagerfeuer- oder Songwriteratmosphäre.
A propos Message: ich habe auch den Eindruck, dass Zoli bei diesem Auftritt weniger und weniger ausschweifende Ansagen macht als gewöhnlich. Das artet sonst ja schonmal in eine kleine Predigt aus.
Auf der CD ist davon sowieso gar nichts zu hören, denn diese Ansagen wurden rausgeschnitten. Auf der DVD sind sie – eben nur kürzer als üblich – drauf. Ansonsten bietet die DVD entscheidend mehr Livefeeling, weil man sowohl die Band als auch die Zuschauer abrocken sehen kann. Das macht Laune und wer gerne Live-DVDs schaut, hat hier schon einen Kaufgrund. Kleine Kritik auch hier: bei dem Konzert war Stagediving nicht erlaubt. Wenn man jedoch die Fans auf die Bühne (und von ihr wieder runter) lässt, macht das natürlich noch mehr Stimmung.
Dann gibt’s da noch sogenanntes Bonusmaterial in Form von zwei Videos, die man auch im Netz ansehen kann, einem kurzen Making of zu einem davon (das wenig bringt) und einer längeren Doku zur CD „Our darkest days“ und der anschließenden Tour, die sehenswert ist, jedoch auch gerne noch ein bisschen professioneller aufgenommen und geschnitten hätte werden können.

Fazit:
Dieses Package ist vor allem geeignet für diejenigen, die besonders Wert auf den visuellen Eindruck legen. Die CD alleine bringt dann etwas, wenn man eine Art Best-of sucht, um sich mal im Repertoire der Band zu orientieren. Zusammen keine schlechte Veröffentlichung, jedoch hatte ich mir mehr erhofft.

Klingt wie:
Strung Out, Avail, H2O

Fakten:
Erscheinungsjahr: 2012
Aufnahme von: 2008
Spieldauer: 1:04:45 h (CD) bzw. 1:08:26 h (DVD, ohne Bonusmaterial)

Stay alive and rock on,
Harvey

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