The Band From Rockall: s.t.

Unbekannte Band, komischer Name. Oder?

„Rockall“ ist eine kleine Felseninsel zwischen der Westküste Großbritanniens (Schottlands) und den USA. Gehört schon nicht mehr zu den Äußeren Hebriden (übrigens eine interessante Inselgruppe).

Und die „Band“ sind tatsächlich die MacDonald-Brüder von Runrig! Bemerken sollte man  bei der Gelegenheit auch noch, dass Calum und Rory MacDonald die einzigen verbliebenen Gründungsmitglieder von Runrig sind.
Benannt haben sie ihre Band und Platte nach dem kleinen Eiland, weil sie ihre Musik für einen Mix aus schottischer Folklore und amerikanischem Rock’n’roll halten.

Ich persönlich fand Runrig viele Jahre zu poppig und zu schnulzig. Bis ich sie mal live sah und von der Präsenz und der Spielfreude nur so umgehauen wurde. Dann habe ich mir die CDs gekauft und mir gefiel fast alles. (Allerdings habe ich die ganz alten Sachen nicht, die schwierig zu kriegen sind. Meine erste ist „The cutter and the clan“ von 1987.)

Bei Runrig spielt Rory MacDonald Bass und Calum MacDonald Schlagzeug bzw. Percussion. Hier auf dieser Platte sind es Gitarre, Bass, Synthesizer, Piano, Akkordeon und Gesang respektive Schlagzeug und Gesang.
Trotz der Instrumentenwechsel kann man deutlich Runrig im Sound erkennen. Die Gitarren und das Schlagzeug sind sehr dicht dran und unerwartet auch der Gesang.

Aber mit der „Ansage“ wird mir auch endlich klar, was den Sound der Band Runrig ausmacht: poppiger Rock’n’roll aus den 60ern und ein bisschen Country paaren sich mit britischem Pop und schottischem Folk. Tatsächlich, das sind die Ingredienzien und sie treten hier klarer als je zuvor zutage.
Was ich – wie auch bei Runrig – etwas langweilig finde, ist das stoische, wenig abwechslungsreiche Schlagzeugspiel. Sehr positiv fallen dagegen der Gesang (weniger pathetisch) und die Gastmusiker auf. Da gibt es bei „Eval“ sogar einen Gitarrenpart der genau nach Big Country klingt! (Obwohl doch deren einziges gemeinsames Mitglied schon nicht mehr dabei ist und Keyboarder war!) Und vier Songs sind auf Gälisch gesungen.
Stimmung kommt hier denn auch reichlich rüber! Ja, mir gefällt sehr gut, dass die Sache weniger dick produziert ist als viele Runrig-Alben und dass kaum Computersounds und Streicher vorkommen.
Die CD klingt wie „Runrig roots“, also sehr erdig, sehr atmosphärisch und eben auch mit der Prise Rock’n’roll – ebenfalls ein Stil, der wenig Keyboards und Polierung verträgt. Und mit schön sehnsüchtigen Gitarren.

Fazit:
Ich bin total begeistert! Die beste Runrig-Scheibe seit ca. über 20 Jahren! Poppiger Folk, der zugleich modern und altmodisch-amerikanisch klingt.

Anspieltipps:
„Luaidh“, „When I walk among the hills“, „Into the aurora“

Klingt wie:
Runrig

Fakten:
Erscheinungsjahr: 2012
Spieldauer: 54:41 min

Stay alive and rock on,
Harvey

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