Levellers: Static on the airwaves

Nachdem die Levellers mich Anfang der 90er sowohl live als auch im Studio begeistern konnten, hatte ich sie lange Jahre aus den Augen verloren.
Die Veröffentlichung von „Mouth to mouth“ (1997) war die erste, die an mir vorbei ging. Später kaufte ich mal „Green blade rising“ billig, fand die Scheibe aber nur durchschnittlich.
„Letters from the underground“ von 2008 war dann aber eine ganz andere Kiste: es machte den Eindruck, als wären die Levellers zu neuer Frische gekommen, als hätten sie ihre Integrität zurück gewonnen. Und zusätzlich war dieses Album punkiger und schneller gespielt als viele vorherige.

Aus diesem Grund waren meine Erwartungen bezüglich des Nachfolgers – „Static on the airwaves“, um das es hier geht – hoch. Außerdem hatte ich die Band inzwischen auch mal wieder live gesehen, wobei sie einen sehr guten Eindruck gemacht hatte.

Das Cover der CD gefällt mir nicht so gut. Es ist in ähnlichem Stil gehalten wie das von „Letters from the underground“, für mich ist aber der Stil der ersten drei Albumcover, DER Levellers-Stil. Und mit den Collagen im Inneren der CD-Hülle kann ich gar nichts anfangen.

Es beginnt dann mit „Static“, also Rauschen. Das geht in den ersten Song „We are all gunmen“ über, der eigentlich ganz gut ist, aber mit einem elektronischen Intro viel versaut. Bei „Truth is“ geht es dann sehr folkig und Levellers-typisch weiter, super!
Mit „After the hurricane“ schließt sich ein langsames Lied mit Piano an, das vielleicht mehr an The Men They Couldn’t Hang erinnert, als an übliche Levellers-Songs. Mir gefällt es aber.
Ich gehe jetzt nicht auf jedes Lied ein. Hervorzuheben sind noch:
„Alone in the darkness“ – die Levellers hatten schon öfter mal eine traurige, ruhige Ballade dabei, doch diese ist meiner Meinung nach ihre bisher intensivste. Auch wieder ein Stück, das so gut wie gar nichts mit den Levellers des Albums davor zu tun hat.
„Raft of the medusa“ ist eigentlich ein gutes, sehr typisches Stück. Aber… es klingt wie mindestens zwei Songs aus den ersten Alben geringfügig abgewandelt. „Traveller“ ist nachdenklich und ruhig, aber leider ein wenig zu ruhig.

Fazit:
Die neue Scheibe klingt weniger poliert und weniger punkig als die Letzte. Man fühlt sich an die Anfangstage der Levellers erinnert. Das ist soweit ein großer Pluspunkt. Leider wirken einige Songs wie Kopien älterer Stücke oder etwas uninspiriert. Insgesamt eine gute aber nicht überragende Platte.

Anspieltipps:
„Truth is“, „Alone in the darkness“

Klingt wie:
The Men They Couldn’t Hang, Bleeding Hearts, Immaculate Fools

Fakten:
Erscheinungsjahr: 2012
Spieldauer: 42:21 min

Stay alive and rock on,
Harvey

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