The Gaslight Anthem: Handwritten


Meine absolute Lieblingsplatte momentan!
Sie fühlt sich an wie „The ’59 sound“, die ich 2009 entdeckte (2008 erschienen) und die mich monatelang fesselte.

Im Nachgang war auch „Sink or swim“ (2007) sehr gut.
Dann 2010 konnte mich „American slang“ leider nur teilweise begeistern. Diese Scheibe war etwas seltsam produziert und die Songs wirkten manchmal wie eine Abkehr vom bisherigen Stil.

„Handwritten“ war deswegen auch eine Veröffentlichung, der ich etwas skeptisch gegenüber stand. Ich hatte erwartet, dass die Songs noch deutlicher anders und vielleicht auch sehr kommerziell klingen würden.
Richtig ist, dass hier die poppigen Momente dominieren und auch die Produktion recht glatt und teuer wirkt. Auf der anderen Seite knüpfen die Songs nahtlos an „The ’59 sound“ an. Auch die Instrumentierung ist ähnlich und vor allem erlauben die Texte wieder  einen Einblick in amerikanische Lebens- und Denkweisen. Gefallen tut mir zudem der Titel „Handwritten“, der in der heutigen Zeit auch schon nostalgisch wirkt.

Für mich ist die Musik von The Gaslight Anthem wie ein Soundtrack zu Filmen wie „Blue velvet“, „Smooth talk“ oder „Stand by me“ (oder, wenn auch nicht amerikanisch, „The year my voice broke“ bzw. „Das Jahr meiner ersten Liebe“). Alternativ auch diverse Geschichten von Stephen King.
(Wo wir schonmal bei Filmen mit Laura Dern sind – die ersten zwei – empfehle ich „Mask“. Überwältigend! Vor vielen Jahren wollte ich diesen Film mal als Video erwerben… und bekam „Die Maske“ mit Jim Carrey! Mehr daneben geht wohl nicht.)

Nochmal zur Atmosphäre dieser CD: das, was ich zu „Amerika“ mit seinen guten und schlechten Seiten aber irgendwie auch mit einer naiven Romantik assoziiere, das bringen Gaslight Anthem rüber und das fasziniert mich.
Dabei muss ich vielleicht nochmal betonen, dass ich Bruce Springsteen wirklich gar nichts abgewinnen kann. Obwohl ihm genau dieses Einfühlungsvermögen in das Leben in den USA auch zugeschrieben wird und obwohl vielfach auch zu lesen ist, Gaslight Anthem würden ähnlich klingen.

Auf einem ganz anderen Blatt steht die religiöse Ausrichtung von zwei Bandmitgliedern, die das auch gerne mal raushängen („Thank you to the Lord Jesus Christ“). Aber solange es die Texte nur marginal beeinflusst, kann ich damit leben. Ich finde auch andere Bands gut, obwohl die Musiker unsympathisch oder sogar ausgewiesene Arschlöcher sind. Allerdings ist das schon ein kleiner Wermutstropfen.

Fazit:
Großartige Hymnen, unschlagbare Gitarren-(Pop)-Songs, macht Spaß!

Anspieltipps:
Tatsächlich gibt’s hier keinen schlechten Song! Ein bisschen flach ist einzig „Biloxi parish“.

Klingt wie:
Pop mit etwas Punk und Pathos

Fakten:
Erscheinungsjahr: 2012
Spieldauer: 51:26 (special edition)

Stay alive and rock on,
Harvey

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One thought on “The Gaslight Anthem: Handwritten

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