Pennywise: All or nothing

Irgendwann hatte ich mir mal vorgenommen, jede Woche eine CD vorzustellen. Und die (für mich) wichtigsten Neuerscheinungen sowieso.
Aber ich bin deutlich im Hintertreffen – Musik zu hören gefällt mir doch momentan besser, als darüber zu schreiben.

Pennywise legen mit „All or nothing“ ihr zehntes Album vor. Vieles hat sich geändert für die Band und da mag man glauben, dass der Titel der Platte auch in den Köpfen der Musiker rumschwirrt: wenn das jetzt daneben geht, dann war’s das!

Aber es geht nicht daneben! Soviel schon mal am Anfang. Der Sängerwechsel hat der Band sogar gut getan.

Anfang bis Mitte der 90er war im Punk besonders der damals so genannte Melodicore oder Skatepunk sehr angesagt. Die Bezeichnungen meinten relativ glatt produzierte Bands, die vor allem bei Epitaph und Fat Wreck erschienen und sich in der Tradition von Bad Religion und NOFX sahen.

Ich selbst stand damals ziemlich auf diese Musik, meine Favoriten waren neben den genannten Alterspräsidenten Propagandhi und Lagwagon. Aber auch von vielen anderen habe ich mal eine CD gekauft oder ein Konzert besucht (z.B. Bracket, Randy, No Use For A Name, Strung Out…)

Pennywise machten Musik, die ideal zu Epitaph passte. Einige Freunde hatte auch CDs von ihnen, die immer mal gerne gehört wurden.
Der Durchbruch bei mir persönlich kam aber, als ich Pennywise auf dem Pukkelpop Festival live sah und sie mich total begeisterten.
Da kaufte ich mir dann sogar ihre aktuelle CD.

Später verlor ich ein wenig das Interesse an dieser Stilistik von Punk, begann allerdings mich für Hardcore zu begeistern.

Da ich insbesondere die letzten Ignite-Platten sehr geil fand, war es spannend, was denn nun passieren würde, wenn Zoli Teglas (Sänger von Ignite) plötzlich die neue Pennywise-Scheibe einsingen würde.

Was dabei herausgekommen ist, klingt tatsächlich wie ein Crossover aus beiden Bands. Zoli singt nicht ganz so exzentrisch wie bei Ignite (er wurde mit Klaus Meine verglichen – uahh) und Pennywise spielen deutlich schneller und energiegeladener als noch zuletzt.
Immer noch und wieder gut sind die Singalong-Passagen und die allgemein hohe Eingängigkeit der Songs.

Eine Runderneuerung! Und dazu noch oftmals politische, gute Texte!
Ich hatte Pennywise nie als Band, die Stellung bezieht, wahrgenommen. Wogegen Zoli ja auf Konzerten immer kaum von minutenlangen Weltverbesserungsreden abzuhalten war.

Und mal ohne die dauernden Vergleich gesprochen: diese CD geht tierisch ab! Vollgas, Melodien ohne Ende, Mitgröhlrefrains und Headbanging alles drin, super!

Meine bisherige Lieblingsplatte von Pennywise war „Full circle“ (1997), dicht gefolgt von „Unknown road“ (1993). Alles nach ’97 fand ich so langweilig, dass ich mir die CDs  gar nicht mehr gekauft habe. Aber „All or nothing“ hat tatsächlich Ambitionen auf Platz 1!
Und dazu sei deutlich gesagt: die Scheibe klingt nicht wie Ignite! Nein, das ist durchaus Pennywise, wenn auch runderneuert und frisch wie vor 20 Jahren!

Anspieltipps kann man kaum geben, da wirklich jeder Song unglaublich ins Ohr geht! Meine Favoriten sind „Revolution“ und „X generation“. Wer auf Casualties steht, sollte sich mal „We have it all“ anhören – singalong der Extraklasse.

Fazit:
Tatsächlich gibt es hier 37 Minuten lang ein Hitfeuerwerk! Jeder Song ein Renner! Anwärter auf die Platte des Jahres!

Klingt wie:
Ignite, Good Riddance

Fakten:
Erscheinungsjahr: 2012
Spieldauer: 37:13 (12 Songs)

Stay alive and rock on
Harvey

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2 thoughts on “Pennywise: All or nothing

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