Therapy?: A brief crack of light

Bild von der Therapy? Homepage
(2012, 41:11min)

Mann, hab ich lange auf diese Scheibe gewartet!
Laut Website war sie wohl schon im Herbst fertig, nachdem der Aufnahmeprozess recht lange gedauert hatte. Und dann mussten wir uns noch bis jetzt gedulden…

Therapy? sind eine meiner Lieblingsbands, die eigentlich keine schlechten Platten machen. Live sind sie sogar noch besser. An dieser Stelle habe ich bereits jetzt die Idee, demnächst eine Therapy?-Alben-Top 10 zu bringen.

Aber bevor ich nun zu „A brief crack of light“ (typischer, guter Titel!) komme, noch kurz etwas Anderes: ich frage mich seit einiger Zeit, warum ich beim Einloggen bei wordpress immer so viele rechtsradikale Blogs angeboten bekomme. Genauer gesagt finde ich das extrem beschissen! Es ist eine Sache, wenn diese Idioten im Netz publizieren, aber eine andere wenn ich das immer wieder aus Versehen anklicke – und mit mir wahrscheinlich tausende anderer Menschen. WordPress sollte diese Scheiße nicht auch noch bewerben! Ansonsten werde ich auf einen anderen Bloganbieter umsteigen. (Bei der englischen Version gab’s übrigens so gut wie nie rechten Mumpitz unter die Nase gerieben!)

Vorgänger zum neuen Therapy?-Werk war „Crooked timber“ im Jahr 2009. Diese Scheibe gefiel mehr sehr gut und präsentierte die Band mit besonders heftigem, düsterem Sound, der an Helmet erinnerte.
„A brief crack of light“ startet mit der ersten Single „Living in the shadow of the terrible thing“, die nahtlos an das eben angesprochene Album anknüpft. Steril klingende aber abwechslungsreiche Drums treffen auf brutale Gitarren und aggressives Bassdonnern. Gut!
Live hatten Therapy? auf der Tour im Anschluss an „Crooked timber“ auch viele ihrer alten Songs im neuen Soundgewand präsentiert und damit dem Popsong eine deutliche Absage erteilt.

Leider hält der Rest der Platte nicht, was der Opener verspricht. „Plague bell“ (Song Nummer 2) ist einfach langweilig und mit „Marlow“ folgt dann ein seltsames Instrumentalstück, das in dieser Form zwar auf einer Therapy?-Platte nicht stört, aber mit schnulzigen Chören und nicht gerade spannender Songstruktur auch nicht vom Hocker reißt.

Und damit sind wir dann auch beim Hauptproblem der CD: es reicht eben nicht, wenn die Musik heftig ist und die Leute an den Instrumenten gut sind. Die Songs, auf die kommt es an. „A brief crack of light“ ist eine abgefahrene Platte, die den Durchschnittsbürger vermutlich verstören wird, aber sie rockt nicht wirklich. Instrumentalparts werden zu lang ausgedehnt, die Repetition übertrieben und die Punkwurzeln vergessen. „Stark raving sane“ beginnt beispielsweise wie eines dieser leicht punkigen, schnellen Therapy?-Lieder. Aber nach und nach merkt man, dass es zu verquer ist und dass es deswegen nicht wirklich abgeht. Hier wurde beim Arrangement entweder zu wenig oder zu viel nachgedacht.

Ganz gut sind noch „Get your dead hand off my shoulder“ und „Why turbulence“.

Fazit:
Leider wird von „Crooked timber“ nur der Sound beibehalten, nicht aber die innovativen und dennoch mitreißenden Songs. Anscheinend sind Therapy? immer nur jedes zweite Album richtig gut. Zumindest fand ich den Vorgänger von „Crooked timber“ – „One cure fits all“ – auch schwach, den Vorgänger davon allerdings ganz groß.

Musik klingt ähnlich wie:
alte Helmet mit ’ner Ladung psychedelischer Drogen oder Fugazi mit explosiven Bleigewichten an den Instrumenten

Stay alive and rock on
Harvey

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2 thoughts on “Therapy?: A brief crack of light

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